DOKUMENTARFILm

Mai 1945 - Der Krieg ist in den letzten Zügen, Deutschland kurz vor der Kapitulation. Nur mit einem Jeep, einem Fahrer und einer Handfeuerwaffe im Gepäck bricht ein 23-jähriger britischer Offizier von den Niederlanden zu einer abenteuerlichen Reise Richtung Osten auf. Manfred Gans, Sohn einer deutsch-jüdischen Kaufmannsfamilie, will quer durch das Deutsche Reich, das in diesen Tagen zerstört, chaotisch und unberechenbar ist. Sein Ziel ist das Konzentrationslager Theresienstadt nahe Prag. Er hofft, dort seine Eltern, die seit über einem Jahr im Lager inhaftiert sind, noch lebend aufzufinden. Unterwegs kommt er durch die westfälische Kleinstadt Borken, seine Heimatstadt, aus der er sieben Jahre zuvor als Schüler Richtung England geflohen war und in der er nun als Offizier der britischen Armee alten Nachbarn und Schulkameraden wieder begegnet. Diese und andere surreale Eindrücke einer dramatischen Reise fasst er kurz darauf in einem Reisebericht zusammen.  

Mehr als 70 Jahre später beschließen Manfred Gans‘ Kinder, Enkel, Nichten und Neffen aus den USA und Israel, auf den Spuren der Familiengeschichte abermals von Holland über Borken in Richtung Theresienstadt zu fahren. Dieser Roadtrip bildet die inhaltliche und dramaturgische Klammer für ein außergewöhnliches Filmporträt über die bewegte Geschichte der Familie Gans. Der Holocaust hat die Borkener Familie Gans über den Globus verstreut, doch ihre westfälische Herkunft bleibt ihnen sehr präsent. Der Film gibt einen tiefen Einblick in die wechselvolle Beziehung der jüdischen Familie zu ihrer „Heimatstadt“. 

Buch und Regie: Daniel Huhn

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