DOKUMENTARFILM - IN ENTWICKLUNG

Rund um Gjirokastra, einer Kleinstadt in Südalbanien, türmen sich die Berge: schroffe Gipfel, aber fruchtbare Hänge. Während es im vergangenen Jahrhundert noch hunderte Bergdörfer in der Region gab, sind mittlerweile einige komplett verlassen, viele kämpfen ums Überleben. Denn die große Mehrheit der Menschen ist ausgewandert – auf der Suche nach einem sicheren Einkommen, nach einer Perspektive. Aus der Ferne schicken sie Grüße und von Zeit zu Zeit auch Geld heim. Das Geld soll den Eltern ein besseres Leben ermöglichen. So ragen in den Bergdörfern Albaniens mehr und mehr sauber verputzte Neubauten hervor. Sie stehen direkt neben einfachen „Altbauten“ – ein Bild, das Symbolcharakter für die wirtschaftlichen Vorteile, aber auch die sozialen Herausforderungen der Auswanderung hat. Die neuen Häuser sind leer. Das Geld ist da, die Menschen fehlen. 

Aus den Reportagen und Berichten über Einwanderer kennen wir häufig die Geschichten derer, die aus Südeuropa zu uns wandern. Wir kennen aber nur selten ihre Heimat, und wir hören kaum die Stimmen derer, die geblieben sind. Der Film Neue Häuser in verlassenen Dörfern erzählt von Erind, einem Dorf im Süden Albaniens, dessen Rhythmus und Regeln durch die Auswanderung der jungen Menschen ins Wanken geraten ist, dessen letzte Bewohner den Puls im Dorf halten – doch er wird schwächer. Denn gerade die besser Ausgebildeten sind weg. Es fehlen die Impulsgeber. Aber wer geht, der hinterlässt Spuren. Der Film erzählt von diesen Spuren und denen, die zurückbleiben.